Klosterruine St. Peter und Paul

Das Hirsauer Kloster St. Peter und Paul war in seiner Prachtzeit das bedeutendste Kloster Deuschlands. Geprägt ist es durch ständige Wechsel zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche, aber auch durch die Besetzung durch den französischen General Mélac. Am Ende wurde es in Calw teilweise “recycelt”. Die Ruinen und Grundrisse sind heute noch das Wahrzeichen Hirsau’s.

Geschichte des Hirsauer Klosters

Weitere Informationen
Das Hirsauer Kloster in der Wikipedia
Abt Wilhelm von Hirsau
General Mélac
Calwer Klostersommer Online

Das Kloster St. Peter und Paul ist der Nachfolger des kleineren Klosters St. Aurelius II, das ebenfalls in Hirsau rechts der Nagold steht. Als dieses wegen des rasanten Zuwachses an Mönchen zu klein wurde und durch Unwetter des Öfteren von der Nagold überschwemmt wurde erließ Abt Wilhelm von Hirsau eine Reform, mit der das Kloster St. Peter und Paul begründet und dessen Aufbau aufgeschrieben wurde. Es sollte größer als sein Vorgänger sein und damit gleichzeitig die Macht der Kirche in der Welt präsentieren. Zudem sollte es an einer günstigeren Stelle gebaut werden, um auch starken Unwettern trotzen zu können. Das Areal westlich (rechts) der Nagold bot sich für diese Zwecke geradezu an.

Kloster Hirsau
Das Kloster Hirsau mit Eulenturm im Vordergrund (rechts) und Jagdschloss im Hintergrund (mitte)

Nach Erlass der Reform begannen die Bauarbeiten am Hirsauer Kloster im Jahre 1082 n. Chr. auf der linken Seite der Nagold, an der sich eine Erhöhung für den Bau anbot. Geendet hat die Bauzeit allerdings erst in der Mitte des 12. Jahrhunderts – zumindest soweit, wie es die Baupläne der Reform vorsahen. Die Kirche (nicht zu verwechseln mit der Marienkapelle) stand bereits nach neun Jahren und war ab dem Zeitpunkt vollends einsatzbereit. Ein Jahr später, im Jahr 1092 zog der Konvent dann von St. Aurelius II ins Kloster St. Peter und Paul.

Die Klosterarchitektur

Die Klosteranlage wurde nach der architektonischen Vorlage von Cluny II, dem sogenannten Maiolus-Bau errichtet. Dies geschah in einem Atemzug mit der Übernahme der cluniazensischen Klosterregeln. Die Kirche selbst war eine romanische, flachgedeckte, dreischiffige Säulenbasilika mit Querhaus und rechteckigem, mehrschiffigem Chor. Ihre Länge betrug zunächst 70 Meter, ihr Langhaus umfasste neun Joche.Die beiden Türme im Westen waren zunächst nicht vorgesehen, diese wurden 1120 jedoch hinzugefügt. Zusammen mit dem ehemaligen Atrium verlängerte sich das Gesamtgebilde um 30 weitere Meter auf 13 Joche. In südlicher Richtung erstreckten sich um den Kreuzgang herum ein Kapitelsaal, eine Kapelle (heute Marienkapelle), ein Speisesaal, ein Abthaus sowie weitere klosterwichtigen Gebäude. Die Gebäude waren so angeordnet. wie es der damalige St. Galler Klosterplan (ein Idealbild für den Bau von Benediktinerklöster) entsprach.

Jagdschloss Hirsau
Nord-östliche Seite des Jagdschlosses

Im 15. Jahrhundert kam Hirsau in einen weiteren wirtschaftlichen und geistigen Aufschwung. In dem Zeitraum wurden auch einige romanische Klausurgebäude durch gothische ersetzt, wobei die Kirche an sich unangetastet blieb.

Katholisches oder protestantisches Hirsauer Kloster?

1536 zeichnet sich dann eine Wende im Kloster ab. Mit der aufstrebenden Reformation wurde der Konvent des Klosters aufgelöst. Zwanzig Jahre später zog dann die junge evangelische Kirche in das Kloster ein. Im dreißigjährigem Krieg wurde das Kloster zwar kurze Zeit noch mehrmals katholisch, es wechselte sich aber ständig ab.

Von 1586 bis 1592 wurde auf Befehle der württembergischen Herzöge am südlichen Rand des Klosters ein Abthaus durch ein dreiflügeliges Schloss im Renaissancestil ersetzt, das sogenannte Jagdschloss.

Das Ende des Klosters

Mit dem Pfälzischem Erbfolgekrieg kam für das Kloster St. Peter und Paul dann der Untergang. General Ezéchiel du Mas, comte de Mélac zerstörte das Kloster sowie das Jagdschloss indem er es in Brand steckten ließ. Zwar waren die Gebäude anfangs noch reparabel, doch wurde das Kloster anschließend als Steingrube für den Wiederaufbau der damals ebenfalls zerstörten Stadt Calws verwendet.

Nur wenige Gebäude blieben bis heute intakt. Dazu gehören die Marienkapelle als evangelisches Gotteshaus und der romanisch gebaute Eulenturm, der als Glockenturm weiterhin verwendet wird sowie eine handvoll kleinerer Gebäude.

Das Kloster Hirsau heute

Kloster Hirsau Wegweiser
Wegweiser vor dem Haupteingang

Heute ist das Kloster St. Peter und Paul ein Ruinenkloster, das auf seine Art aber den romantischen Stil nicht verloren hat. Abgesehen von den nachwievor genutzten Gebäuden befindet sich das Kloster unter Denkmalschutz des Landesamtes Baden Württemberg für Denkmalpflege. Das Areal ist für jedermann das ganze Jahr über kostenfrei zugänglich.

Das damalige Pfarramt beinhaltet auch noch das heutige evangelische Pfarramt. Oberhalb des Süd-West-Eingangs befindet sich heute das Calwer Finanzamt. Südöstlich des Klosters bzw. direkt südlich des Jagdschlosses befindet sich die Hirsauer Grundschule, die erst sehr viel später zum Kloster dazu kam.

Das Kloster ist heute noch ein ideales Reiseziel, um die alten christlichen Kulturen kennen zu lernen. Besucher aus aller Welt feiern in der Marienkapelle auch Hochzeiten oder Konfirmationen. Im Sommer als auch im Winter kann das Kloster Hirsau als Spielwiese für jung und alt dienen.

Bilder vom Kloster Hirsau

Ein paar Bilder aus dem Kloster Hirsau, zur Verfügung gestellt von den RegioNews CW (diese Originalbilder hier kaufen).

Es wird der Adobe Flash Player benötigt und im Browser muss Javascript aktiviert sein.

(Diese Originalbilder hier kaufen.)

Weitere Bilder vom Kloster Hirsau wurden uns freundlicherweiset von Abstellraum’s Weblog zur Verfügung gestellt. Zur Vergrößerung einfach auf ein Bild klicken.

Calwer Klostersommer in Hirsau

Seit 1960 wurden im Hirsauer Kloster jedes Jahr im Sommer die Hirsauer Klosterspiele ausgetragen. Es waren traditionelle (Theather-)Festspiele, die im Jahr 2008 vom Calwer Klostersommer in Hirsau abgelöst wurden.

Der Calwer Klostersommer in Hirsau ist eines der Hauptereignisse in Hirsau. Es wird von der Calwer concetera GmbH organisiert. Jedes Jahr treten verschiedene Gruppen oder Personen auf, darunter ein Großteil an VIP’s. 2008 waren unter anderem Deep-Purple-Legende Blackmore, Marc Marshall, Schandmaul, die Prinzen, Roger Hodson und Helge Schneider live in Concert dabei.