Geschichte und Kultur

Kloster Hirsau

Weitere Informationen zu:

Weitere Daten über Hirsau
Koordinaten: 48° 44′ N, 8° 44′ O
Höhe: 341 m ü. NN
Einwohner: 2260 (aus 2005)
PLZ: 75365
Vorwahl: 07051

Hirsau war bis 1975 eine eigenständige Gemeinde, die anschließend am 01. Januar 1975 zum Stadtteil der Großen Kreisstadt Calw wurde. Aktuell leben in Hirsau ca. 2400 Einwohner. Hauptaugenmerk wird auf den Tourismus gelegt. Geprägt wurde Hirsau durch das Kloster St. Peter und Paul und Das Kloster St. Aurelius. Zu Hirsau gehört die Landesklinik Nordschwarzwald als auch Ernstmühl.

Geographische Ausrichtung

Hirsau liegt zwei Kilometer nördlich der Großen Kreisstadt Calw. Weitere Orientierungspunkte wären Pforzheim, ca. 21 Kilometer nördlich oder Stuttgart, ca. 46 Kilometer östlich von Hirsau. Der Luftkurort befindet sich im Nagoldtal, durch den der gleichnamige Fluss Nagold zieht. Ebenfalls fließen der Tälesbach aus östlicher als auch der Schweinbach aus westlicher Richtung nach Hirsau, die anschließend in der Nagold münden. Die nächsten anfahrbaren Orte sind Bad Liebenzell im Norden, Ottenbronn im Nord-Osten, Althengstett im Osten, Calw im Süden und Oberreichenbach im Westen. Zu Hirsau zählt auch die Landesklinik Nordschwarzwald und laut Wohngebiet III zusätzlich Ernstmühl. Je nach Auslegung kann auch der Weiler Kleinwildbad zu Hirsau gehören.

Sehenswürdigkeiten in Hirsau

Klosterruine Hirsau mit Jagdschloss

Kloster Hirsau
Klosterruine in Hirsau

Das Hirsauer Benediktinerkloster trägt den Namen St. Peter und Paul. Es war zeitweise in seiner Prachtzeit das bedeutendste Kloster Deutschlands und diente der clunyazensischen Reformbewegung sehr früh als deutscher Stützpunkt. Mithilfe der Hirsauer Reform, die der Abt Wilhelm von Hirsau erließ, wurden von Hirsau aus viele weitere Klöster im heutigen Deutschland erbaut. Er verfasste auch den Hirsauer Codex (codex hirsaugiensis), in dem die Stiftung und die Erbung des Klosters in der Zeit zwischen 1080 und 1200 festhielt.

Heute ist der Großteil des Klosters eine Ruine. Das Kloster wurde nicht unbedingt durch die Belagerung der französische Truppen unter General Mélac im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört, es war vielmehr die Folge darauf, dass die Calwer Bürger wieder Steine zum Aufbau der Stadt benötigten. In der Klosteranlage sahen sie jede Menge nützliches Material zum Wiederaufbau. Vom Kreuzgang und vom Jagdschloss blieben nur noch die Umrisse. Die eigentliche Kirche wurde jedoch völlig zerstört. Lediglich der Nordturm zum Eingang blieb übrig. Dennoch gibt es weiterhin genutzte und intakte Gebäude, beispielsweise die Marienkapelle (evangelische Kirche) oder der Eulenturm (Glockenturm). Das Finanzamt Calw hat sich ebenfalls in eines der Randgebäude niedergelassen.

St. Aurelius-Kirche

St. Aurelius-Kirche in Hirsau
Die St. Aurelius-Kirche in Hirsau

Die St. Aurelius-Kirche, auch St. Aurelius II (damals Kloster St. Aurelius II) wurde auf Befehl vom Papst Leo IX um 1059 wieder aufgebaut. Der Klosterstatus hat mit der heutigen Klosterruine des St. Peter und Paul-Klosters nur wenig zu tun. Nachdem die Mönche anschließend ins St. Peter und Paul-Kloster umzogen verlor das St. Aurelius II zunehmend an Bedeutung. 1584 wurde es im Zuge von Umbauarbeiten teilweise abgerissen und die Materialien anderen Zwecken zugeordnet. Dennoch ist bis heute die St. Aurelius Kirche erhalten geblieben und wird als katholische Kirche verwendet. Die Umrisse der alten Klostermauern sind nachwievor erkennbar.

Brückenfiguren

General Ezéchiel du Mas, comte de Mélac - Statue von Peter LenkEine der drei Brückenfiguren von Peter Lenk.

Die Brückenfiguren von Peter Lenk stehen an der Kreuzung zwischen der B 463 (Calw – Pforzheim) und der Abzweigung Ernstmühler Weg (Ottenbronn). Die drei Figuren stellen Abt Wilhelm von Hirsau (Hirsauer Abt des Klosters und Klosterreformer), General Ezéchiel du Mas, comte de Mélac (“Eroberer” des Klosters St. Peter und Paul) und eine Rockerbraut dar. Letztere sorgte für regen Diskussionsstoff in der Bevölkerung, da sie von den beiden anderen Statuen förmlich wegfährt, als ob ihr die Geschichte Hirsau’s egal sei.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Hirsau

Hirsau ist ein Kurort mit eigenem Kurpark und Kursaal. Sie befinden sich rechts der Nagold, aber ziemlich zentral des Ortskerns. Weiter im Süden befindet sich ein großer Spielplatz (Spielplatz Schildkröte) und dahinter der Sportplatz mit Fussballfeld, Bolzplatz (Roter Platz), einem Allroundplatz mit Basketballkorb und einen Tennisplatz. Im östlichen Teil befindet sich der Bahnhof, gleich angrenzend eine Moschee und die Rockerbar Rising Sun. Im nörlichen Teil der rechten Seite ist außerdem die Gemeinde Gottes Calw-Hirsau (Freikirche) zu sehen.

Auf der linken Seite erhascht man im Ortskern einen schönen Blick auf das Klosterhotel Hirsau, das an Sylvester hervorragendes Feuerwerk bietet. Weiter im Westen befindet sich die Klinik Dr. Römer und ein Wildgehege für Hirsche und Rehe. Im Norden der linken Seite befindet sich eine Tennishalle.

Weitere Informationen zu: